Pressemeldung

5. Forum „Projects in Gambia“
am 28. und 29. September 2019
Grassi-Museum Leipzig

Überblick

Unter dem Motto: „Helfen – wofür?“, richtet der Verein „Social Projects for The Gambia e.V.“, der dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, das Netzwerktreffen der deutschen Gambiavereine aus. Gemeinsam mit der „African German Entrepreneurship Acadamy (AGEA) der Universität Leipzig, wollen die Vertreter der Vereine neue Möglichkeiten ausloten, wie die Hilfe in den Ländern zukunftswirksamer gestaltet werden kann.

„Wie anders müsste unsere Hilfe angelegt sein, dass wir uns innerhalb eines „Zeitraumes X“, aus dem „Projekt Y“ wieder zurückziehen könnten?“, so die Vorsitzende des Vereins Marika Bjick. „Wir unterstützen Vorschulen, und das werden wir, so wie es derzeit aussieht, ewig weiter tun müssen. Wäre es nicht besser, wirtschaftliche Projekte zu unterstützen, damit Menschen, die den Wert von Bildung erkannt haben, Einkommen erzielen und ihrerseits die Schulen unterstützen, in die ihre Kinder gehen?“

„Helfen, um zu helfen?“ Oder „Helfen, um nicht mehr helfen zu müssen?“ Darüber werden sich die rund 70 Teilnehmer des Netzwerktreffens austauschen und nach Lösungen suchen.

„Um nicht über Gambia, sondern mit Gambiern zu reden“, so die Vorsitzende, „haben wir erstmals sechs unserer gambischen Mitarbeiter nach Deutschland eingeladen. Dabei gestaltete sich die Erlangung der Visa als eine echte Herausforderung, die mir zeigt, wie weit wir von einer wirklichen Chancengleichheit in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch immer entfernt sind.“

Öffentlichkeit, Politik und Vertreter der Wirtschaft sind herzliche eingeladen, dem 5. Netzwerk-treffen „Projects in Gambia“ zu folgen.

Ausführlicher mit Hintergrund

Bereits 2015 richtete der Verein „Social Projects for The Gambia e.V.“ das alle zwei Jahre stattfindende Forum aus. Alle deutschen in Gambia tätigen Vereine sind zum Austausch eingeladen.

Das diesjährige, etwa provokative Motto lautet: „Helfen – wofür?“

Das westafrikanische Gambia ist das kleinste Land Afrikas und zugleich eines der ärmsten Länder der Erde. Viele Hilfsorganisationen fühlen sich aufgerufen, die Menschen dort zu unterstützen. Dennoch kamen über Libyen und von dort über das Mittelmehr in der Vergangenheit tausende Gambier nach Europa. Sie suchen hier ihr Glück in der Hoffnung, ihren Familien bessere Lebensbedingungen durch Geldtransfers zu ermöglichen.

Das Ziel aller aber ist, dass die Menschen in ihren Heimatländern bleiben und sich dort für die Verbesserung ihrer Lebensumstände engagieren. Warum aber, so stellen wir uns hierzulande die Frage, kommt Afrika trotz unserer immensen Hilfen nicht voran?

Weil vieles seit vielen Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit falsch läuft, so die Antwort der vor Ort wirkenden Hilfsorganisationen. Wir Europäer exportieren in die Länder im Wesentlichen Second Hand Ware oder landwirtschaftliche Produkte. Damit zerstören wir das Kleingewerbe, den Mittelstand und landwirtschaftliche Strukuren, denn Kleider aus hier gesammelten Containern oder Zwiebeln aus Holland sind nun mal billiger. Wir importieren Rohstoffe die das jeweilige afrikanische Land bietet, und entziehen den Länder die Möglichkeit die Wertschöpfungskette für ihre Prosperität zu behalten und zu nutzen. Vom Profit, der bei uns entsteht, geben wir dann wieder Almosen in die bedürftigen Länder. Ein Teufelskreis.

„Gib den Menschen keinen Fisch, lehre sie, zu fischen!“ Auf dem diesjährigen Forum in Leipzig wollen die Vertreter der Hilfsorganisationen sich darüber austauschen, wie sie ihre Arbeit bündeln können, damit die Hilfe zur Selbsthilfe besser gelingen kann.

Gemeinsam mit der Universität Leipzig, dem Institut für Afrikastudien, wird das diesjährige Netzwerktreffen ausgerichtet. Prof. Dr. Utz Dornberger ist Direktor der African German Entrepreneurship Academy und Programm-Co-Ordinator des „Small Enterprise Promotion + Training (SEPT) an der Uni. Sein Credo ist: „Erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit gründet auf gelungenen Unternehmensgründungen.“

Die Universität führt in verschiedenen afrikanischen Ländern jährlich eine Sommerschule durch. Über ihre Erfahrungen, Voraussetzungen für das Gelingen und die Ergebnisse soll auf dem Netzwerktreffen berichtet werden.

Weitere Themen, über die mit den aus Gambia eingeladenen Gästen diskutiert werden soll, sind

  • Kritische Selbstreflexion des bisherigen Engagements der Vereine.
  • Was brauchen die Gambier, um sich für ihr Land mehr als bislang zu engagieren?
  • Was sollten die Hilfsorganisationen eher lassen, was sollten sie verstärken?
  • Was muss getan werden, damit die Menschen in ihrem Land eine Bleibeperspektive haben?

Das Netzwerktreffen ist vom Grunde her ergebnisoffen angelegt. Allerdings besteht seitens des Leipziger Vereins „Social Projects for The Gambia e.V.“ der Wunsch, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen, das bei interessierten und engagierten jungen Menschen den Gründergeist und den Willen nach Selbstbestimmtheit anspricht.

Daten zum Verein Social Projects for The Gambia e.V.

Gegründet am 24. Februar 2009 mit 12 Mitgliedern (Stand 31.08.2019: 304 Mitglieder) in Leipzig

Satzungszweck: Gesundheit und Bildung für Kinder und Jugendliche in Gambia

Projekte:
Investitonen und laufender Betrieb an drei Vorschulen in Gambia (TambaKunda/Seawoll, Kusamai, Kafuta) / Bau eines Grundschulgebäudes in TambaKunda / Bau einer Entbindungsstation in Tanjie

Freiw.Selbstverpflichtung:
96% aller in Deutschland generierten Einnahmen fließen in die Projekte in Gambia
Zusammenarbeit auf Augenhöhe, geordnete Finanzen, verlässliches Handeln, keine persönlichen Patenschaften und Geschenke, keine Container aus Deutschland, …

Kontaktinformationen:
Social Projects for The Gambia e.V.
Ferdinand-Lassalle-Str. 18
04109 Leipzig
TeL.: 0341 / 213 19 79
Mail:
Web: www.social-gambia.com

Vorstand:
Marika Bjick (Vorsitzende), Anne Hauschild (Stellvertreterin), Kerstin Doege (Kassenwartin)

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